
THE MORE I LOOK, THE MORE I SEE
Christoph Blawert I Monika Michalko I Dirk Meinzer I Fernando de Brito I Hadrien Dussoix I Peter Stoffel
Eröffnung: DONNERSTAG 13.11 AB 18h mit Performances von Dirk Meinzer & Guests (Franziska Nast / Knarf Rellöm / Yuri Englert / Nora Sdun)
Ausstellung: 14. – 16.11 von 16h bis 19h
Malerei ist Farbe auf Bildträger. Farbe berührt Leinwand wie die Welt den Körper berührt.man sieht nur die Oberfläche, aber diese Oberfläche ist ein Schleier der atmet, die Seele scheint durch den Körper der Figur hindurch, das Magma pumpt unter der Topologie der Landschaft. Ich möchte Berge von unten sehen.
Je näher wir treten, desto weiter entfernt sich der Gegenstand. Wie Mandelbrots Fraktale, die endlos nach innen spiralen, öffnet jeder Pinselstrich neue Welten in Welten. Aus ihrer Mischung entstehen die Bilder. Sie kennen keine kartesische Trennung von Subjekt und Objekt. Wie der Geologe durch Stereoprojektion die sichtbare Oberfläche in die Tiefe liest, überlagern diese Arbeiten Hautschichten und Erdschichten. Kristalline Strukturen mischen sich mit nebligen Schleiern – fest, flüssig und gasförmig zugleich.
Das sind keine Landschaften, Figuren oder Abstraktionen. Es sind Passagen – komplizierte Verbindungen zwischen Raum, Zeit, Farbe und Form. Die Fahrt ist schwierig, die Wege sind mal offen, mal versperrt. Trügerische Bilder zeichnen sich ab in dieser kristallinen und gleichzeitig nebligen Welt, wo Festes, Flüssiges und neblig Flockiges verfließen.
Jedes Gemälde ist ein Fragment der unendlichen Weltkarte – jener Oberfläche, die sich der Unendlichkeit nähert wie die eins-zu-eins-Karte von Borges. Ein Flickenteppich, wo sich das Lokale mit dem Globalen vernäht, wo von Punkt zu Punkt, von Linie zu Fläche, von Fläche zu Körper gewandert werden kann. Eine allgemeine Theorie der Beziehungen entsteht, ohne einen Brennpunkt, der die Konstruktion zusammenhält. Alles ist in Bewegung: präzise Unschärfe, rigorose Weichheit.
Diese Ausstellung macht diese Bewegungen sichtbar. Nicht das große Ganze der Panoramaansicht, sondern die bedeutungsvollen Falten im Kleinen. Durch die Oberfläche hindurch, tiefer, ohne Ende.
Peter Stoffel, nov 2025
Ausstellungsansicht
Performance Dirk Meinzer / video: the-more-I-look,the-more-I-see-hinterconti14
Fernando de Brito
Peter Stoffel, Dirk Meinzer, Monika Michalko (von links nach rechts)
Christoph Blawert
Monika michalko (links), Christoph Blawert (rechts)
Monika Michalko, Christoph Blawert, Dirk Meinzer (von links nach rechts)
Hadrien Dussoix (links), Peter Stoffel (rechts)
Ausstellungsansicht
Ausstellungsansicht (ganz rechts: Hadrien Dussoix)
Auschnitt Performance Dirk Meinzer:
the-more-I-look,the-more-I-see-hinterconti14
WEITERE VIDEOS DER PERFORMANCES:
https://www.instagram.com/p/DSDQm_BkQ3T/ Yuri Eglert
https://www.instagram.com/p/DSDRC2cEZl_/ Knarf Rellöm
https://www.instagram.com/p/DSDRcWkEZ39/ Franziska Nast
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THE MORE I LOOK, THE MORE I SEE // Christoph Blawert / Monika Michalko / Dirk Meinzer / Fernando de Brito / Hadrien Dussoix / Peter Stoffel // 13. – 16.11.2025
THE MORE I LOOK, THE MORE I SEE
Christoph Blawert I Monika Michalko I Dirk Meinzer I Fernando de Brito I Hadrien Dussoix I Peter Stoffel
Eröffnung: DONNERSTAG 13.11 AB 18h mit Performances von Dirk Meinzer & Guests (Franziska Nast / Knarf Rellöm / Yuri Englert / Nora Sdun)
Ausstellung: 14. – 16.11 von 16h bis 19h
Malerei ist Farbe auf Bildträger. Farbe berührt Leinwand wie die Welt den Körper berührt.man sieht nur die Oberfläche, aber diese Oberfläche ist ein Schleier der atmet, die Seele scheint durch den Körper der Figur hindurch, das Magma pumpt unter der Topologie der Landschaft. Ich möchte Berge von unten sehen.
Je näher wir treten, desto weiter entfernt sich der Gegenstand. Wie Mandelbrots Fraktale, die endlos nach innen spiralen, öffnet jeder Pinselstrich neue Welten in Welten. Aus ihrer Mischung entstehen die Bilder. Sie kennen keine kartesische Trennung von Subjekt und Objekt. Wie der Geologe durch Stereoprojektion die sichtbare Oberfläche in die Tiefe liest, überlagern diese Arbeiten Hautschichten und Erdschichten. Kristalline Strukturen mischen sich mit nebligen Schleiern – fest, flüssig und gasförmig zugleich.
Das sind keine Landschaften, Figuren oder Abstraktionen. Es sind Passagen – komplizierte Verbindungen zwischen Raum, Zeit, Farbe und Form. Die Fahrt ist schwierig, die Wege sind mal offen, mal versperrt. Trügerische Bilder zeichnen sich ab in dieser kristallinen und gleichzeitig nebligen Welt, wo Festes, Flüssiges und neblig Flockiges verfließen.
Jedes Gemälde ist ein Fragment der unendlichen Weltkarte – jener Oberfläche, die sich der Unendlichkeit nähert wie die eins-zu-eins-Karte von Borges. Ein Flickenteppich, wo sich das Lokale mit dem Globalen vernäht, wo von Punkt zu Punkt, von Linie zu Fläche, von Fläche zu Körper gewandert werden kann. Eine allgemeine Theorie der Beziehungen entsteht, ohne einen Brennpunkt, der die Konstruktion zusammenhält. Alles ist in Bewegung: präzise Unschärfe, rigorose Weichheit.
Diese Ausstellung macht diese Bewegungen sichtbar. Nicht das große Ganze der Panoramaansicht, sondern die bedeutungsvollen Falten im Kleinen. Durch die Oberfläche hindurch, tiefer, ohne Ende.
Peter Stoffel, nov 2025
Auschnitt Performance Dirk Meinzer:
the-more-I-look,the-more-I-see-hinterconti14
WEITERE VIDEOS DER PERFORMANCES:
https://www.instagram.com/p/DSDQm_BkQ3T/ Yuri Eglert
https://www.instagram.com/p/DSDRC2cEZl_/ Knarf Rellöm
https://www.instagram.com/p/DSDRcWkEZ39/ Franziska Nast
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